Von der Unternehmensidee zum nachhaltigen Unternehmenskonzept: Warum viel vom guten Einschätzungsvermögen abhängt.

Stellen Sie sich das Unternehmershuttle einmal bildlich vor: Sie steigen ein und wollen Kurs nehmen auf Ihren Unternehmensplaneten. Ziel und Navigationskoordinaten sind klar. Auch die Mannschaft und die Ausrüstung des Shuttles stehen fest. Alles ist vorbereitet. Aufbruchstimmung. Und Nervenkitzel, denn trotz aller Berechnungen und Planungen: Sie kennen weder Ihren Unternehmensplaneten, noch die genaue Flugbahn und auch nicht mögliche Einflussfaktoren, die Ihren Kurs verändern können.

Gründern geht es ähnlich. Ebenso Unternehmern in der Wachstumsphase oder beim Relaunch. Um die passende Flugroute berechnen zu können, ist vor allem ein gutes Einschätzungsvermögen gefragt. Sie brauchen ein umfassendes Bild aller realistischen Szenarien und Einflussfaktoren bei der Entwicklung und Umsetzung Ihres Unternehmenskonzepts.

Unternehmensidee und -konzept sollten dabei immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven und unter verschiedensten Fragstellungen betrachtet und bewertet werden. Zum Beispiel:

  1. Wie schätzen potenzielle Kunden und Stakeholder die Attraktivität des Engagements ein?
  2. Welches konkrete, innovative Nutzenversprechen erfüllt das Konzept aus ihrer Sicht?
  3. Welche Markt- und Wettbewerbspositionierung lässt sich erreichen und sollte angestrebt werden?
  4. Welche Partner müssen überzeugt werden und was erwarten sie?
  5. Welche Ressourcen sind notwendig und angemessen, um die effiziente Umsetzung des Unternehmenskonzepts auf Dauer sicherzustellen?
  6. Was sind die Grundbedingungen für eine nachhaltig erfolgreiche Umsetzung?
  7. Wie kann das Konzept multipliziert und weiterentwickelt werden?

Für diese Fragen sollte man nicht nur die eigene Vision, die eigenen Prinzipien und Einschätzungen im Blick haben. Man sollte ein möglichst breites und differenziertes Feedback einholen. Am besten von erfahrenen Gründern, die selbst solch einen Weg in der Praxis gegangen sind, aber auch von unbeteiligten („neutralen“) Personen. Hilfreich können auch Experten sein, die es gewohnt sind, Unternehmensmodelle und –konzepte zu analysieren, zu bewerten, im Vergleich mit anderen Unternehmen zu beschreiben und die spezifische Equity Story oder das Markenprofil auf den Punkt zu bringen. Hier ist allerdings Vorsicht angesagt, denn das Angebot an Beratern ist unüberschaubar und besonders spezialisierte Gründungsberater produzieren oft „heiße Luft“. Günter Faltin, der Berliner Professor für Entrepreneurship und selbst erfolgreicher Gründer (sein wohl erfolgreichstes Unternehmen, die „Teekampage“, ist in vielfacher Hinsicht Vorbild), hat mehrfach moniert, dass Gründungsberatung in Deutschland relevante unternehmerische Fragestellungen oft ausblendet oder verfehlt. Hilfreich sind nur Experten mit profunder Kenntnis von Marktzusammenhängen und Stakeholdererwartungen, die gleichermaßen über strategische Kompetenz und ein sicheres Gespür für effiziente Umsetzungswege verfügen. Nutzen Sie diese Experten als Sparringpartner und Impulsgeber.

In letzter Zeit gibt es vermehrt „Inkubatoren“, die bei der Entwicklung von Unternehmenskonzepten Unterstützung anbieten. Wie weit diese Einrichtungen über ein kreatives Brainstorming hinaus substanziell zum Launch erfolgreicher Unternehmenskonzepte beitragen, ist insgesamt schwer zu ermitteln. Allerdings gibt es Einrichtungen mit brilliantem Image, die angehenden Entrepreneuren zweifellos wertvolle Hilfe bieten bei der realistischen Einschätzung von Unternehmensprojekten in der Seed- und Startphase. Die „Projektwerkstatt“ des genanten Günter Faltin oder das Entrepreneurship Center der LMU in München mit seinem umfassenden Angebot sind hierfür Beispiele.

Um zur sicheren Einschätzung zu gelangen, wie tragfähig das eigene Unternehmenskonzept ist, ist jede Art von systematischer Visualisierung hilfreich. Dies erleichtert nicht nur die Strukturierung und das systematische Abarbeiten der verschiedenen unternehmerischen Fragestellungen. Systematische Visualisierung hilft auch bei der Beschreibung von unternehmerischen Vorhaben. Und nur wer gut erklären kann, was er will, kann seine Pläne auch nachhaltig erfolgreich umsetzen.

Das Unternehmershuttle bietet hierzu verschiedene einfache Tools, mit denen wichtige Aspekte auf dem Weg von der Unternehmensidee zum tragfähigen, erfolgreich umsetzbaren Konzept hinterfragt werden können. Hier finden Sie Hilfsmittel zur Selbstreflexion oder zur Diskussion mit Sparringpartnern.

About Wolfgang Griepentrog

Dr. Wolfgang Griepentrog hat rund 20 Jahre lang als verantwortlicher Kommunikationsmanager auf Industrieseite, in der Unternehmensberatung und im Agenturgeschäft gearbeitet. Bis 2007 leitete er die Konzern-PR eines internationalen Handelskonzerns. Als PR- und Managementberater sowie Interim Manager befasst er sich mit den Grundbedingungen erfolgreicher Kommunikation. Er unterstützt Startups und Investoren bei der Entwicklung glaubwürdiger Positionierungsstrategien und einer erfolgreichen Unternehmensstory. Mit der Initiative "Das Glaubwürdigkeitsprinzip" engagiert er sich zudem für mehr Glaubwürdigkeit und Effizienz in Management und Kommunikation.

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One Response to Von der Unternehmensidee zum nachhaltigen Unternehmenskonzept: Warum viel vom guten Einschätzungsvermögen abhängt.

  1. Jeffry Dorch 2. Oktober 2010 at 15:10 #

    Ein sehr informatives Blog haben Sie erstellt. Vielen Dank für die Fülle an wichtigen Informationen.